Landleben

Das der Winter endgültig vorbei ist merke ich auch daran, daß es Zeit ist die Mausefallen aus der Kammer zu entfernen. ja, wir haben Mäuse in der Speisekammer, eigentlich wohnen die in der Feldsteinmauer, ab Oktober beziehen sie aber ihr Winterquartier bei uns im Haus. In unserem ersten Winter auf dem Land musten wir also Mausefallen kaufen. Dummerweise bin ich mit den Kindern zusammen in den örtlich Landhandel, ein wunderbarer Laden, der alles hat, was man so braucht: Legehennen, Grassamen, kleine Traktoren und: Mausefallen. Sie hatten vier Sorten vorrätig, die uns ausführlich erklärt wurden, zwei Totschlagfallen und zwei Kastenfallen. Bei der ersten Totschlagfalle würde die Maus, im Falle des in die Fallegehens, von einem kleinen Dorn durchbohrt, bei der zweiten Totschlagfalle würde der Tod durch Genickbruch herbeigeführt. Die Kinder schrieen. Wir kauften zwei Kastenfallen. In der Kammer aufgestellt und großzügig mit Speck bestückt hatten wir auch bald Erfolg, wir hatten jeden Tag Erfolg und bald das dumme Gefühl, daß die Mäuse, die wir, lebend natürlich, vor die Tür setzten bald aufs neue vergnügt in unseren Fallen saßen. Die Kleine kam auf die Idee, gefangene Mäuse mit einem roten Nagellackklecks zu markieren. Zwei Tage später hatten wir die erste markierte Maus in der Falle. Ab jetzt brachten wir die Mäuse, markiert, in den nahen Wald.

Letzten Winter habe ich stillschweigend Genickbruchfallen gekauft, eine sehr erfolgreiche Methode, sehr empfehlenswert. Die Zeit, in der die Kinder Mäuse niedlich fanden, scheint endgültig vorbei zu sein. Na ja, die Kleinen werden halt groß und außerdem ist Nagellack auch viel zu schade für Mäuse. Sab.

4 Antworten zu “Landleben”


  1. 1 kaikucker Juli 11, 2008 um 2:41 Uhr nachmittags

    Also ich hätte Legehennen und kleine Traktoren beim Landhandel gekauft. LOL Wir wär’s denn mit einer Katze? Letztes Wochenende habe ich den “Großen Jäger” Charlie erlebt, der brachte jeden Tag mindestens 2 Mäuse um. Ich muss ja ein bisschen kichern, wenn ich mir überlege, dass ihr die Mäuse mit Speck füttert und die dann freiwillig in die Falle gehen. KD

  2. 2 kawa13 Juli 13, 2008 um 11:44 Uhr vormittags

    Nagellack - mal kreativ eingesetzt! Finde ich prima. Und eigentlich genau richtig. Nägel = Nagen = Nager = Mäuse! Paßt doch! :-)

  3. 3 kaikucker Juli 14, 2008 um 9:18 Uhr vormittags

    Oje, Mäusefallen, die Mäuse töten, ginge bei uns ja gar nicht! Mein Kleiner trauert um jeden Käfer (!!!), den er wieder freilassen muss. Marienkäferlarven, die auf der Windschutzscheibe kleben, dürfen nicht mit dem Scheibenwischer weggewischt werden, Weberknechte sind “niedlich” - selbst die Ratte auf dem Hof, die ich mit gemischten Gefühlen betrachte, sieht so “süß” aus, wenn sie unsere Kirschen futtert! Die einzigen Tiere, die wir töten dürfen, sind Mücken und Motten! Aber vielleicht kommt ja auch bei uns der Moment, wo die Kleinen groß werden …
    M.

  4. 4 kaikucker Juli 15, 2008 um 9:33 Uhr vormittags

    Ich darf auch nichts töten außer Nacktschnecken & Mücken & vielleicht noch Wespen (die hau ich aber nicht tot, weil sie nützlich sind). Nacktschnecken überbrüh ich oder schneid sie durch, was ziemlich eklig ist. Ach ja, Motten tothauen ist auch noch erlaubt, seit wir mal Kleidermotten hatten, die haut T. mit großem Schwung sogar selber tot, wenn er sie erwischt. Ansonsten ist er aber mehr so einer, der jeder Kröte über den Weg hilft. Kürzlich haben wir sogar einen Regenwurm gerettet, der ziemlich marode über einen Gehweg schlängelte und haben ihn auf ein Beet gesetzt, obwohl wir ihn beide nicht anfassen mochten (”Der ist fast so groß wie eine Schlange, Mama!!”). Wir haben dann übrigens einen Stock genommen zum Regenwurmtransport.
    C.M

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