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Landleben

Das der Winter endgültig vorbei ist merke ich auch daran, daß es Zeit ist die Mausefallen aus der Kammer zu entfernen. ja, wir haben Mäuse in der Speisekammer, eigentlich wohnen die in der Feldsteinmauer, ab Oktober beziehen sie aber ihr Winterquartier bei uns im Haus. In unserem ersten Winter auf dem Land musten wir also Mausefallen kaufen. Dummerweise bin ich mit den Kindern zusammen in den örtlich Landhandel, ein wunderbarer Laden, der alles hat, was man so braucht: Legehennen, Grassamen, kleine Traktoren und: Mausefallen. Sie hatten vier Sorten vorrätig, die uns ausführlich erklärt wurden, zwei Totschlagfallen und zwei Kastenfallen. Bei der ersten Totschlagfalle würde die Maus, im Falle des in die Fallegehens, von einem kleinen Dorn durchbohrt, bei der zweiten Totschlagfalle würde der Tod durch Genickbruch herbeigeführt. Die Kinder schrieen. Wir kauften zwei Kastenfallen. In der Kammer aufgestellt und großzügig mit Speck bestückt hatten wir auch bald Erfolg, wir hatten jeden Tag Erfolg und bald das dumme Gefühl, daß die Mäuse, die wir, lebend natürlich, vor die Tür setzten bald aufs neue vergnügt in unseren Fallen saßen. Die Kleine kam auf die Idee, gefangene Mäuse mit einem roten Nagellackklecks zu markieren. Zwei Tage später hatten wir die erste markierte Maus in der Falle. Ab jetzt brachten wir die Mäuse, markiert, in den nahen Wald.

Letzten Winter habe ich stillschweigend Genickbruchfallen gekauft, eine sehr erfolgreiche Methode, sehr empfehlenswert. Die Zeit, in der die Kinder Mäuse niedlich fanden, scheint endgültig vorbei zu sein. Na ja, die Kleinen werden halt groß und außerdem ist Nagellack auch viel zu schade für Mäuse. Sab.

„Wenn der Schuh fällt, schreit der Affe“

Bei uns zu Hause wohnt eine kleine Quasselstrippe. Es ist unglaublich, was dieser kleine Kerl (Tim, 5 Jahre) alles erzählt, wobei nicht nur die Menge, sondern auch gerade der Inhalt verblüfft. Bis vor kurzem hatte er eine „Witzphase“: „Mama, soll ich mal einen Witz erzählen?“ Am Anfang habe ich noch brav ja gesagt, später nicht mehr. Es kam einfach nur kompletter Unfug, über den er sich natürlich ausdauernd selbst amüsiert hat. Tage später antwortete jeder auf die Frage „Soll ich mal einen Witz erzählen?“ nur noch mit „Och nö, laß es“ (Hat ihn natürlich nicht gehindert ):-)

Diese Witzephase scheint vorbei zu sein! Ab und zu blitzt nochmal ein Highlight der Erzählkunst auf, aber das ist wirklich nix im Vergleich zu vorher. Leider hat nun die nächste Phase begonnen: Sprichwörter! Und man ahnt es schon: kompletter Unfug! Zum Beispiel heute morgen: „Mama, kennst du schon mein neues Sprichwort?“ „Nö, deine Sprichwörter kenne ich alle nicht“ – sage ich, während ich versuche, meine Schuhe anzuziehen. Ruf des Vaters aus der Küche (vom Ton her irgendwie konsterniert): „Was, du kennst Tims Sprichwörter nicht?“ „Nö“, sage ich und balanciere – zugegebenermaßen etwas ungeschickt – meinen Schuh auf der Fußspitze in der Hoffnung, er würde rüberrutschen. Tat er natürlich nicht, fiel runter und schon kräht mein Sohn, der alles genau beobachtet hat: „Wenn der Schuh fällt, schreit der Affe“.

M.

P.S. Wie wird wohl die nächste Phase?

„Ich fahre nach Pisa!“

schrie sie und knallte die Tür hinter sich zu. So schallte es gestern Nacht um 0.30 Uhr aus der Wohnung über mir. Diesem Ausbruch war eine kleine Party vorausgegangen, die Leute hatten sich amüsiert, viel gelacht und waren halb elf nach Hause gegangen. Beim Aufräumen ging dann der Streit los. Ich hörte immer wieder: „Sie ist so falsch, so falsch! Du hast sie eingeladen!“ Und schließlich am Schluß: „Ich fahr’ nach Pisa!“

Man bekommt ja von seinen Nachbarn oft mehr zu hören, als man möchte. Aber dies war schon großes Kino und ich habe mich sehr amüsiert. Und den ganzen Tag lang frage ich mich schon, ob sie denn wirklich nach Pisa gefahren ist.
KD